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Wie sind die Preise einer Hochzeitssängerin in NRW?


Posted on Januar 13th, by admin in Blog. No Comments

Bald steht der große Tag bevor – Eure Hochzeit!
Wer seine Hochzeit selbst plant, denkt zunächst darüber nach, ob er in der Kirche, dem Standesamt oder unter freiem Himmel während einer Freien Trauzeremonie heiraten möchte. Wenn sich das geklärt hat, geht es an die Gestaltung der Hochzeitszeremonie.

Hochzeitssängerinnen in NRW

Als ich vor über einem Jahrzehnt als Hochzeitssängerin anfing, war es eine Seltenheit, eine Hochzeitssängerin für die Trauung zu engagieren und der Beruf der Hochzeitssängerin war noch neu und unbekannt, dass wir wenigen Hochzeitssängerinnen aus NRW uns organisierten und zusammenschlossen, um unsere Arbeit gut, nahezu perfekt, zu machen!

Heute gibt es zahlreiche Hochzeitssängerinnen und beinahe jedes Brautpaar sucht eine passende Sängerin!

Mit der großen Zahl der Sängerinnen haben wir viele Gesangsstile und Stimmfarben, eine große Vielfalt, wo für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte! Aber es kann auch passieren, dass ich als Braut oder Bräutigam den Überblick verliere, weil ich schließlich einmal heirate und keine Erfahrungen mit dem Thema habe.
Als Hochzeitssängerin bin ich nach wie vor stark mit Kolleginnen vernetzt und möchte deshalb eine kleine Zusammenfassung für euch zusammentragen.

Die Kosten einer Hochzeitssängerin

Wer sich ein paar Hochzeitssängerinnen herausgesucht und angeschrieben hat, wird Angebote mit Gagen zwischen 250,- und 400,- erhalten haben. Das sind durchschnittliche Preise für eine Hochzeitssängerin in NRW und die Preisgestaltung richtet sich auch nach diesen Kriterien.

  1. Termin
    Findet eure Hochzeit an einem Samstag um 15 Uhr statt, ist das sozusagen die Primetime und ein Termin den jede gut gebuchte Sängerin 10 mal vergeben könnte.
    Beginnt die Hochzeit allerdings am Vormittag oder gegen 12/13 Uhr, so hat die Sängerin die Möglichkeit, noch ein weiteres Engagement (Bandauftritt etc.) anzunehmen und wird dem Hochzeitspaar sicherlich ein günstigeres Angebot unterbreiten können. Übrigens bieten Hochzeitssängerinnen günstigere Angebote an Freitagen an, weil diese meist weniger beliebt sind.
  2. Kombibuchung
    Viele Hochzeitspaare planen im Anschluss Ihrer Trauung einen Sektempfang an, zu der ebenso eine musikalische Unterhaltung benötigt wird. Viele Sängerinnen bieten bei Hinzunahme eines 1 bis 2 stündigem Sektempfangs Sonderkonditionen an und erlassen zum Beispiel Kosten für Auf- und Abbau oder Anfahrt.
  3. Bekanntheitsgrad der Hochzeitssängerin
    Die Gage einer Hochzeitssängerin richtet sich natürlich auch nach Ausbildungsgrad und der Bekanntheit der jeweiligen Sängerin und es ist völlig normal, dass eine beliebte Sängerin, die schon etliche Jahre etabliert ist, höhere Gagen nimmt als eine Sängerin, die erst angefangen hat und womöglich noch nicht so sicher ist.
    Den Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad kann man super anhand von YouTube-Klicks oder Abonnenten sehen, nicht aber in der Menge der Bewertungen auf einschlägigen Portalen, weil Bewertungen leider tatsächlich eingekauft werden können.

Hochzeitssängerin für 350,- für 1 Stunde Arbeit? Wahnsinn oder normal?


Der DRMV (Deutsche Rock&Pop Musikerverband) empfiehlt eine Gage von 300,- zzgl. Anfahrtskosten in Deutschland, wobei er regional nicht unterscheidet und auch nicht genau anzeigt, was der Sänger leisten muss.

Wahrscheinlich wundert ihr euch gerade über die Höhe der Gage für maximal 5 Lieder, deshalb möchte ich hier aufzeigen, wieviel Zeit und Geld die Begleitung einer Hochzeit tatsächlich in Anspruch nimmt.

Nebenkosten

Selbständige müssen sich meist freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern sowie die Rentenversicherung tragen und das ist leider jede Menge. Denn freiberufliche Sänger haben keinen Arbeitgeber, der den halben Anteil übernimmt, sondern sie zahlen meistens 100 %. Ab einem bestimmten Nettoverdienst, den man erstmal verdienen muss, können Sängerinnen in die KSK (Künstlersozialkasse) eintreten und erhalten Vergünstigungen, was die Kosten für Kranken- und Rentenversicherung halbiert. Des Weiteren zahlen Selbständige natürlich Steuern, zahlen Sprit- und Anschaffungskosten für den fahrbaren Untersatz und bilden sich auf ihre eigenen Kosten fort. Außerdem kaufen Sängerinnen etwa alle 5 Jahre neues, hochwertiges Equipment, um überragende Qualität zu bieten und mit den Mitbewerbern mithalten zu können. In qualitativ gute Instrumentalmusikbegleitungen, eingespielt von Profipianisten und Outfits-, Hairstyling sowie Make-Up, muss außerdem auch noch investiert werden.

Vorbereitung

Jede Hochzeitssängerin probt bekannte und neue Lieder täglich. Spielt sie mit einem Pianisten, fallen Anfahrtswege an und der zeitliche Aufwand steigt. Müssen neue Lieder einstudiert werden, können schnell 5 zusätzliche Stunden je Trauung für Proben und technischen Bearbeitungen der Begleitmusik sowie Extraproben mit dem Musiker anfallen. Am Tag der Trauung benötigt die Sängerin mindestens eine Stunde für das Styling und eine weitere Stunde für eine letzte Generalprobe sowie das Beladen des Autos. Außerdem fährt die Hochzeitssängerin meist so früh los, dass sie mindestens eine Stunde vorher am Ort des Geschehens ist, damit sie wirklich pünktlich ist. Im Durchschnitt kostet eine Trauung 6 Stunden Vorbereitungs- und Auftrittszeit.

Beratung

Die meisten Hochzeitssängerinnen bieten ihren Hochzeitspaaren, Telefonberatung sowie Beratung durch Email und SMS, oder andere Kommunikationsformen dieser Art, an. Je nachdem treffen sich Hochzeitssängerinnen auch mit zukünftigen Paaren, was natürlich Spaß macht und wichtig ist, sich kennen zu lernen, aber auch Zeit kostet. Zeit, die man auf den ersten Blick nicht sieht. Aber auch die jeweilige Nacharbeitung von Gesprächen, Angebotserstellung etc. sind Aufgaben einer Hochzeitssängerin und gehören in die Kalkulation eines Selbständigen eigentlich dazu. Was niemand Selbständigen zahlt, ist Zeit, die in Werbung und Akquise einfließt, die oft auch leider keine Buchung mit sich bringt, aber eigentlich müsste auch dieser Teil mit einfließen.

Vernetzung, Professionalität

Hochzeitssängerinnen sind miteinander, zumindest regional, vernetzt!
Sie unterstützen einander, insbesondere in Krisensituationen bei plötzlichem Ausfall und bilden sich gemeinsam fort. An dieser Stelle ist es wirklich wichtig zu erwähnen, dass professionelle Hochzeitssängerinnen auch nur mit Gleichgesinnten zusammenarbeiten und bei einem stimmlichen Totalausfall (Gott sei Dank so gut wie nie passiert) für sehr guten Ersatz gesorgt werden können. Eine professionelle Sängerin wird immer live singen, ein Vollplayback, wie ich in einem anderen Blog mit Erschrecken lesen musste), wird niemals abgespielt, denn das wäre Betrug!

Exklusivität

Nicht zuletzt muss ich das Geschenk der exklusiven Zeit, in der ich meine Stimme nur diesem einen Paar, gebe, erwähnen. Denn niemand sonst bekommt meine Stimme und Leistung an diesem Tag, zu dieser Uhrzeit!
Im Gegensatz zu anderen Dienstleistungen ist meine Stimme einzigartig, und ähnelt den Leistungen eines Trauredners, der seine eigene Note und Begabung in die Rede einbringt. Künstlerische Hochzeitsdienstleister sind nicht ersetzbar, sondern einzigartig!

Realistische Kalkulation einer Trauung an einem Samstag im Sommer:

300€ Gage
abzüglich: ca. 30€ Materialkosten (anteilig Instrumentalmusik, Noten, Fahrtkosten zur Probe, Werbung, evtl. Provision)
300€ – 30€= 270€
bei 6 Stunden Arbeitsaufwand am Tag der Trauung und optional 2-5 Stunden Zeit für Probe im Durchschnitt 9 Stunden Arbeit als Sängerin für 270€

Entspricht 270€ : 9 = 30 € Stundensatz BRUTTO

Nach Abzug der Steuern bleibt ein Stundenlohn von unter 20€ – nicht viel für einen Selbständigen, der dann arbeitet, wenn andere frei haben, von der Gage Krankenkassenbeiträge und Rentenversicherung selbst zahlen muss und in den Wintermonaten deutlich weniger Aufträge hat! In dieser Kalkulation sind außerdem keine Zeiten für Akquise und Zeitaufwand für die Bearbeitung von Anfragen, die nicht gelingen, inkludiert.

Fazit:
Für eine professionelle Hochzeitssängerin in NRW zahlt man im Durchschnitt 350,- für eine Trauung in der Hochsaison. Bei deutlich niedrigeren Gagen muss man sich die Frage stellen, wie so eine Kostenkalkulation legal funktionieren kann. 

Aktualisiert am




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